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Motor Klassik / Juni 2026 Artikel „Folge-Erscheinung“ – Wie sehen junge Oldtimerfahrer die Szene?

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Nachwuchs im Oldtimerverein – Gedanken inspiriert durch das Motor Klassik Interview „Folge Erscheinung“ (Ausgabe 06/26)

Frank Scherrer

Seit einigen Jahren sprechen wir im Vorstand immer wieder über ein zentrales Zukunftsthema: Wie gewinnen wir Nachwuchs für unseren Oldtimerverein? Unser Ziel ist klar: Wir wollen nicht nur das 50‑jährige Jubiläum feiern, sondern den Verein so aufstellen, dass auch die kommenden Generationen ihn weitertragen. Weitertragen müsste es eine junge Generation. Die wollen wir wir einbinden und fragen.

Wir im Vorstandsteam denken, dass grundsätzlich schon viel Basisarbeit geleistet wurde um die Alt-Ford-Freunde als Verein in die Zukunft zu tragen. Aber wir dürfen uns auch weiterhin verbessern und sind offen für neue Ideen.

Wir fragen Euch – die junge Generation:  

Was würdet Ihr gerne machen. Was wäre toll im Verein und welche Vorschläge habt Ihr?

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Das Interview in der Motor Klassik „Folge-Erscheinung“ in der Ausgabe Juni 2026 hat uns inspiriert konkreter nachzufragen. Im Verein selbst, in der Vereinszeitung, aber auch auf unseren anderen Kommunikationspfaden wie der Homepage und der Facebookseite wollen wir das Thema ansprechen, so dass ersichtlich wird, dass wir das Thema wirklich ernst nehmen.

Im Interview der Motor-Klassik (Autor Michael Orth), werden sechs jungen Leuten im Alter zwischen 18 und 28 Fragen zum Thema „altes Auto“ gestellt:

  • Was gefällt euch an alten Autos?
  • Wie sieht aus eurer Sicht die Oldtimer-Szene momentan aus?
  • Wie stellen ihr euch die Zukunft des alten Autos und mit alten Autos vor?
  • Was muss passieren, damit es weitergeht?
  • Was braucht es um mehr junge Leute für Oldtimer zu begeistern?
  • Was stört Euch an der Szene, was empfindet ihr als Hindernis?

Gefragt wurden hier junge Menschen, die schon in der Szene sind. Jeder fand den Zugang durch sein eigenes Umfeld. Das ist sicherlich auch der normale Weg. Die Begeisterung für ein Thema zu entfachen und dann den Weg zu finden sich selbst in das Metier zu begeben sind zwei erste wichtige Schritte.

Doch schauen wir uns zuerst auf die Aussagen der Befragten an. Was wäre ihnen wichtig in der Oldtimerszene?

  • Bedeutung von Generationen-Dialog und Vernetzung
  • mehr Augenhöhe und weniger Ernst
  •  dass man uns Junge häufiger fragt, was sie wollen
  • mehr Akzeptanz und Vielfalt
  • Jeder macht es, wie er es möchte, und so wird es akzeptiert.
  • Lockerheit und „einfach machen“
  • Dass man mit den Autos lockerer umgeht.

Was ihnen wichtig ist:

  • Generationen‑Dialog & bessere Vernetzung
  • Mehr Augenhöhe, weniger Ernst
  • Junge Menschen häufiger nach ihren Wünschen fragen
  • Akzeptanz & Vielfalt
  • Lockerheit statt Perfektionismus
  • „Dass man mit den Autos lockerer umgeht.“

Was ihnen an alten Autos gefällt:

  • Charakter & emotionale Bindung
  • Historischer und technischer Reiz
  • Interaktion statt digitaler Distanz
  • Flair & Identifikation
  • Persönliche Vorlieben statt Ikonen‑Kult

Wie sie die Szene aktuell sehen:

  • „Todlangweilig“ – zu steif, zu bemüht
  • Angebote gehen an jungen Leuten vorbei
  • Schwache Social‑Media‑Präsenz
  • Zu viel Schickimicki

Was die Zukunft braucht:

  • Mehr Generationen‑Miteinander
  • Junge Events wie „BeForty“
  • Alte Autos müssen erlebbar werden

Was junge Leute brauchen, um begeistert zu werden:

  • „Mehr Junge müssen die Chance auf so ein Erlebnis haben.“
  • „Dass man halt mal macht, worauf man Lust hat.“
  • Mehr gegenseitige Akzeptanz
  • Bessere Vernetzung
  • Spontane Treffen statt steifer Veranstaltungen
  • Apps/Tools für spontane Ausfahrten

Was sie stört:

  • Hohe Kosten
  • Missgunst & Neid
  • Arroganz älterer Szene‑Mitglieder
  • Gesetzliche Hürden
  • Verlust von Wissen

Viele verschiedene Punkte, zu denen mir diverse Antworten einfallen, aber ich sehe auch Punkte, zu denen ich heute noch keine Antwort habe.

Gehen wir zunächst auf die „Begeisterung“ ein:

Wir als Verein „Alt-Ford-Freunde e.V.“  haben das in der Satzung niedergeschriebene Ziel, den Motorsport und die Erhaltung sowie die Pflege von Veterananfahrzeugen der Marke Ford als technisches Kulturgut zu fördern.

Wir setzen dieses Ziel um, indem wir u.a. die Fahrzeuge Besuchern auf unserem Jahrestreffen, auf Messen oder anderen Veranstaltungen zeigen und vorführen. Aufbau und Funktion werden in „Benzingespächen“ am Fahrzeug selbst vermittelt. Dabei kann Begeisterung geweckt werden. Bei den Jahrestreffen haben wir mittlerweile eine „Vorkriegsausfahrt“ etabliert, bei denen die freien Plätze im Fahrzeug für Mitfahrer angeboten werden. Auch für Nichtmitglieder.  Damit wird die Vorkriegstechnik (Baujahre vor 1945) erlebbar. Wer möchte, kann mitfahren und ein Model-T, ein Ford-A oder einen Ford V8 erleben. Probesitzen hinter dem Steuer ist empfehlenswert, denn früher waren die Menschen kleiner….passt man überhaupt hinter das Lenkrad eine Model-A? Eine wichtige Erfahrung vor einem Kauf.

Auf den Messen werden je nach Thema Fahrzeuge ausgestellt. Zum Anfassen sozusagen. Ob ein Escort Cabriolet, ein getunter Escort auf dem Messestand der Veterama in Hockenheim, oder eine ganze Reihe Escort der verschiedensten Typen auf der Schwetzinger Classic Gala.  Hier versuchen wir Begeisterung für Ford und unseren Verein zu wecken.

Den Weg zu bereiten, dass sich jemand einen Oldtimer wirklich zulegt, ist nicht so einfach. Gewisse Gegebenheiten müssen vorhanden sein. Der Platz und das nötige Kleingeld sind relevant. Zumindest bietet die Marke Ford hier günstige Einstiegsmöglichkeiten. Das Model-A ab 1928 ist ein beliebtes Einstiegsmodell in die Vorkriegsszene. Eine gute Teileversorgung macht es einem relativ einfach das Fahrzeug zu erhalten.

Ein Ford Capri – also das Modell, das ab den späten Sechziger Jahren bis in die Achtziger gebaut wurde, ist ein Kultauto geworden. Lange Haube und kurzes Heck. Je nach Motorisierung ein sportlich aussehendes oder auch wirklich sportliches Fahrzeug, dass den damaligen Ruf von Ford signifikant positiv beeinflusste. Noch heute ein Auto, das begeistern kann, so wie es auch der Escort in seiner sportlichen Karriere machte.

Der Einsatz des Capri und des Escort im Tourenwagenrennsport begeisterte viele Hobbyrennfahrer und das von Ford damals aufgelegte RS-Programm ermöglichte es aus einer biederen Familenkutsche ein sportliches Fahrzeug werden zu lassen. Berühmte Namen wie Hans Joachim Stuck, Nikki Lauda, Dieter Quester, Hans Heyer, Klaus Ludwig oder Roland Asch fuhren erfolgreich Ford Typen wie Capri, Escort oder Sierra.

Zakspeed Capri – Der kann begeistern !

Ford – Motorsport für Profis auf der Rennstrecke  und für sportlich ambitionierte Familenväter auch für die Straße……

Sierra und Escort Cosworth – Viel Auto für´s Geld….

Die Zusammenarbeit von Ford mit der Motorenschmiede Cosworth führte zu tollen Fahrzeugen wie den Sierra Cosworth, der in der Deutschen Rennsport Meisterschaft (DRM) abräumte und auch als Straßenversion zu kaufen waren. Als XR-Modellvariante ist es auch hier möglich günstige und sportliche Einstiegsmodelle zu finden.

In den Neunziger Jahren brachte Ford die ST-Modelle (Sport Technologies). Ob Mondeo, Focus oder Fiesta, hier zahlte man natürlich mehr für ein solches Fahrzeug, erhielt aber auch ein „heißes Eisen“, dass mehr Emotionen beim Fahren wecken konnte. Selbst der bis 2025 gebaute Focus ST ist mit 280 PS unterwegs und hat Charakter. Ein „Future Classic“ – wenn die Ersatzteilversorgung es hergibt. Ein Escort Cabrio, das ab 1983 bis 1998 gebaut wurde, bietet offenen Fahrspaß zu kleinen Preisen.

Es gibt bei der Marke Ford viele Optionen sich zu begeistern. Bringen wir das ausreichend gut rüber? Wir versuchen das bei unseren Auftritten und auf der Homepage. Was könnten wir besser machen?

Aus welchem Grund sich jemand für eine Marke oder ein spezielles Modell begeistern kann ist vielfältig. Früher waren es der Nachbar, der Opa oder der eigene Vater, der ein Fahrzeug hatte, dass tolle Erinnerungen hervorruft und man selbst gerne so was haben wollte.  Leider fällt dies immer mehr weg. Es gibt derzeit immer weniger Ford  PKW auf den Straßen.  In den Garagen unserer Mitglieder stehen die Alten Modelle und werden gepflegt.

Wir als Verein zeigen diese Modelle und machen es mit Hilfe der aufgeschlossenen  Mitglieder möglich solche Fahrzeuge nicht nur auf Bildern der Homepage zu sehen. Hier sind wir aus unserer Sicht schon ganz gut unterwegs.

Was braucht es noch? Zunächst fällt einem das Thema Ersatzteilversorgung ein. Hier bringen sich Mitglieder ein, die sich kümmern. Was wird für welches Modell gebraucht? Wie ist das Teil wirtschaftlich herstellbar? Wer kann das? Die Zukunft wird uns gerade hier noch Herausforderungen bringen. Wer engagiert sich? Wer setzt es um? Ohne Mitglieder, die sich einbringen geht das nicht. Wir sind dankbar um jedes Mitglied, das aktiv mitmacht, die sich einbringt und mitgestaltet .

Es gibt also genug Gründe und Möglichkeiten sich für einen Ford zu begeistern. Den Funken zum Entzünden einer Begeisterung können wir beisteuern.

Wie kann der Verein es schaffen jüngere Mitglieder zu finden?  Zunächst sind es die eigenen Reihen, die wir dafür nutzen können. Ganz früh schon sind die Kinder der aktuellen Mitglieder mit an Bord. Diese wollen wir natürlich halten. Die Mitgliederversammlung 2026 hat über einen Antrag eines Mitglieds abgestimmt. Es ging darum eine Familienmitgliedschaft zu etablieren. Das Thema wurde durchdacht und die nötigen Anpassungen wurden vorbereitet. Die Abstimmung führte zur Annahme des Vorschlages und so haben wir in diesem Jahr auch hier einen Schritt in die aus unserer Sicht richtige Richtung getan. Ergänzt wird das durch den angenommenen Vorschlag, dass Jugendliche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr Ihre Stimme in der Mitgliederversammlung abgeben können. Dies wurde ebenfalls von der Mitgliederversammlung 2026 verabschiedet. Warum sollten Jugendliche, die in den USA mit diesem Alter  Auto fahren dürfen nicht eine gültige Stimme im Verein haben?

Die Alt-Ford-Freunde e.V. sind über ganz Deutschland verteilt. Die Grundlage für die angesprochene Vernetzung bieten wir über den Community-Bereich (Mitgliederbereich) der Homepage. Hier kann jedes Mitglied mit den anderen Kontakt aufnehmen und so kommunizieren, das andere mitlesen können, oder aber über Direktnachrichten nur mit einer anderen Person direkt schreiben. Bilder und PDF können im Chat mit verschickt werden. Auf Facebook gibt es eine Vereinsseite, auf der alle mitreden können.

Vielleicht braucht es noch lokale Whats-App Gruppen oder andere Plattformen, um sich spontan zu treffen.

Wir im Vorstandsteam denken, dass grundsätzlich schon viel Basisarbeit geleistet wurde um die Alt-Ford-Freunde als Verein in die Zukunft zu tragen. Aber wir dürfen uns auch weiterhin verbessern und sind offen für neue Ideen.

Jetzt zurück zum Anfang – Wir fragen Euch – die jungen Leute:  

Was würdet Ihr gerne machen. Was wäre toll im Verein und welche Vorschläge habt Ihr?

Ideal wäre es, wenn Ihr zu einer Idee auch einen ersten Lösungsansatz mit einbringt, den wir diskutieren können.

Bitte nutzt die Kommentarmöglichkeit hier auf der Homepage.

Vielen Dank schon jetzt für jede Idee und jeden Vorschlag.

Euer Vorstandsteam